WM-Titel Nr. 15 für Bremen – Buchholz auf Platz fünf
WDSF-Weltmeisterschaft der Formationen Latein in Wiener Neustadt
Austragungsort der Weltmeisterschaft war die Arena Nova in Wiener Neustadt, rund 50 Kilometer südlich der österreichischen Hauptstadt Wien im Bundesland Niederösterreich. Die 13 Teams aus sieben Nationen trafen auf ein gut gelauntes, applausfreudiges Publikum. Nach der Eröffnung der Abendveranstaltung durch Wolfgang Eliasch, Präsident des Österreichischen Tanzsportverbands, und Jens Steinmann, Mitglied des WDSF-Präsidiums, ging es für neun Formationen in die Zwischenrunde, in der die sechs Finalisten ermittelt wurden. Beide für die WM qualifizierten Teams von Tanzsport Deutschland schafften erneut den Sprung in die Endrunde – begleitet von zwei Formationen aus der Mongolei sowie je einer Mannschaft aus Österreich und der Ukraine.
Das Finale begann direkt mit einem Knaller: Als erste Mannschaft ging der 19-fache österreichische Meister HSV Zwölfaxing an den Start. Für das Team ging es mindestens um die Verteidigung des Vizeweltmeistertitels – und den Niederösterreichern schlug eine Welle der Begeisterung entgegen. „Beyond Time“ startete mit einer kurzen Wiener-Walzer-Sequenz, bevor direkt in Samba-Rhythmen gewechselt wurde. Die Wertung: 35,90 Punkte und damit leicht unter dem Vorjahresergebnis.
Das Los wollte es, dass direkt danach die Verfolger und letztjährigen Bronzemedaillisten ins Rennen gingen. Die mongolische Formation Moon Dance präsentierte mit „Chinggis Khan“ eine effektvolle und gefällige Show, ließ jedoch erneut charakteristisches Lateintanzen vermissen. Dennoch erhielt das Team 35,05 Gesamtpunkte, darunter eine für diese Darbietung überraschend hohe Wertung von 8,10 Punkten im Teilgebiet „Tänzerische Qualität“.
Nachdem die direkten Verfolger Bremens ihren Finaldurchgang absolviert hatten, war es Zeit für den Auftritt der amtierenden Weltmeister. Mit einer beeindruckenden Mischung aus Präzision und Leichtigkeit zeigte der Grün-Gold-Club Bremen auch im dritten Durchgang eine überragende Performance. Der Jubel bei Team und Trainern war groß, als die Wertung für „The Last Dance“ aufleuchtete: 36,65 Punkte – die bis dahin beste Wertung des Abends und sogar noch besser als im Vorjahr. Schiefgehen konnte nun eigentlich nichts mehr, auch wenn noch drei weitere Teams folgen sollten.
Emotional ging es im Finale mit „Silent Scream“ des ukrainischen Teams Adagio weiter. Die auf dem Symbol der drei Affen („nichts Böses sehen, nichts Böses hören, nichts Böses sagen“) basierende Choreografie sollte daran erinnern, Augen, Ohren und Mund nicht vor dem Geschehen zu verschließen. Viel Sympathie erhielt der inzwischen dreifache WM-Finalteilnehmer aus der kleinen Stadt Irpin nahe Kiew. Mit 34,00 Punkten lag das Team zunächst am Ende des Finalfeldes.
Als fünftes Team ging Star aus der Mongolei an den Start. 2010 feierte diese Formation als erstes asiatisches Team ihre WM-Premiere. Seither ist Star die Mannschaft, die die Mongolei am häufigsten bei Weltmeisterschaften im Formationstanz repräsentiert. Mit dem Thema „Agape – When Love Dances“ erreichte sie 34,15 Punkte, schob sich damit knapp vor die Ukraine und belegte Rang vier.
Den Schlusspunkt der WM 2025 setzte Blau-Weiss Buchholz mit „On the Floor“. Das Team präsentierte sich im Finale deutlich gesteigert gegenüber der Zwischenrunde und begeisterte die Fans vor Ort sowie an den Bildschirmen zu Hause. Dann jedoch die Enttäuschung: Als die Wertung angezeigt wurde, standen lediglich 34,00 Punkte zu Buche – weniger, als viele erwartet hatten. Damit lagen beide mongolischen Teams vor den Niedersachsen, die punktgleich mit der ukrainischen Formation blieben. 2024 belegten die Niedersachsen den vierten Platz – hinter Bremen, einer Formation aus Österreich und Moon Dance aus der Mongolei. In diesem Jahr schob sich nun auch Star Team vor Buchholz, was letztlich Rang fünf für die Niedersachen bedeutete. Eine sehr gute Teamleistung reichte diesmal nicht für eine bessere Platzierung.
Bei der Siegerehrung lagen Freude und Leid eng beieinander. Während Bremens Trainer Roberto Albanese direkt vom Fernsehen für Interviews in Beschlag genommen wurde und sich das Grün-Gold-Team zurecht für WM-Titel Nummer 15 feierte, benötigte Buchholz noch etwas Zeit, um das Ergebnis zu verarbeiten. Doch: Hinfallen, aufstehen, Krone richten – gerade in solchen Momenten zeigt sich die wahre Stärke eines Teams wie Blau-Weiss Buchholz. Am 17. Januar 2026 können die Niedersachsen beim Auftakt der neuen Saison der 1. Bundesliga Latein in Buchholz erneut den Beweis dafür antreten.
Das Finale der Weltmeisterschaft Formationen Latein (13)
1. Grün-Gold-Club Bremen, Deutschland (36,65)
2. HSV Zwölfaxing, Österreich (35,90)
3. Moon Dance, Mongolei (35,05)
4. Star, Mongolei (34,15)
5.-6. Blau-Weiss Buchholz, Deutschland (34,00)
5.-6. Adagio, Ukraine (34,00)
von Lars Keller Uhr