Olympia über allem

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Olympia über allem

22. DOSB-Mitgliederversammlung am 6. Dezember 2025

Präsident Tim Rausche, Geschäftsführerin Ute Hillenbrand und Vizepräsident Thomas Wehling haben Tanzsport Deutschland und dessen Interessen bei zwei Sitzungstagen des DOSB an dessen Sitz in Frankfurt am Main vertreten. Das Thema „Olympiabewerbung“ zog sich wie ein roter Faden durch (fast) alle Sitzungen und mündete in einem starken, einhelligen Bekenntnis aller Verbände zu dem gemeinsamen Ziel.

Die Struktur der Sitzungstage ist seit Jahren gleich: Am Freitag früh starten die Spitzenverbände in getrennten Sitzungen für die olympischen und nicht-olympischen Verbände, über Mittag gibt es einige fachspezifische Sitzungen (wie z. B. das WorldGames-Forum) und am Nachmittag tagt die große Versammlung aller 69 Spitzensportverbände – parallel zur Konferenz der Landessportbünde. Am Freitag Abend bestehen bei einem Abendempfang Möglichkeiten zum informellen Austausch – in gezielten Gesprächen (wenn man denn den gewünschten Gesprächspartner in der Masse der Anwesenden findet) oder bei zufälligen Begegnungen am Stehtisch, bei denen gemeinsame Interessen festgestellt werden. Und nach einer kurzen Nacht findet am Samstag Vormittag die eigentliche Mitgliederversammlung statt, bei der von rund 530 möglichen Stimmen fast 500 durch die Delegierten vertreten waren.

Inhaltlich dominierte die von Deutschland angestrebte Bewerbung um olympische und paralympische Spiele die Sitzungen. Kontroversen gab es dabei kaum noch – im Vordergrund stand der vom DOSB-Präsidenten Thomas Weikert klar formulierte Wunsch, ein gemeinsames Votum und ein geschlossenes Bild des deutschen Sports abzugeben. Und diesen Wunsch hat die Mitgliederversammlung mit einhelligen Voten zu dem vorgeschlagenen Prozess bis zur Auswahl der Bewerberstadt bzw. -region im September 2026 erfüllt. Dazu passte auch die Botschaft der Staatsministerin für Sport und Ehrenamt, Dr. Christiane Schenderlein (erstmals gibt es einen eigenen Ministerposten für diese Themen), dass Bundesregierung und Parlament geschlossen hinter der Bewerbung stehen.

Fast nebenbei hat die Mitgliederversammlung noch über einige Änderungen von Satzung und Ordnungen beschließen müsen: Aufgrund der guten und teilweise langwierigen intensiven Vorbereitung erfolgte das diskussionsarm und so ist z. B. auch die seit Jahren diskutierte Aufwandsentschädigung für DOSB-Präsidiumsmitglieder ab 2027 eine beschlossene Sache. Und es wurden sechs Ziele für den DOSB 2035 (https://www.dosb.de/aktuelles/news/detail/hier-soll-der-deutsche-sport-in-zehn-jahren-stehen) beschlossen – die konkrete Ausgestaltung und Wege zur Umsetzung sind Thema der nächsten Mitgliederversammlung.

Für den DTV stand natürlich das Thema „WorldGames 2029“ in Karlsruhe ganz oben auf dem Zettel. Leider gab es zwar eine sehr engagierte Vorstellung des Ausrichters im Rahmen des WorldGames-Forums, aber sehr wenige konkrete Informationen zur Umsetzung und zum vorgesehenen Sportartenprogramm. Es konnten aber ein paar neue Kontakte geknüpft werden, so dass weiter an der Disziplinenvielfalt des Tanzsports bei den WorldGames gearbeitet werden kann.

Von denen noch im Vorjahr allbestimmenden „unruhigen Zeiten“ war bei dieser Mitgliederversammlung nichts mehr zu spüren. Der DOSB ist – unter anderem mit seinem neuen Vorstandsvorsitzenden Otto Fricke – zu einer strukturierten Arbeit zurückgekehrt. Bleibt zu hoffen, dass neben der Fokussierung auf die Olympiabewerbung auch genug Zeit und Kapazität für andere dringende Themen zur Verfügung steht.

von Thomas Wehling Uhr

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