BundeswertungsrichterSchulung Aschaffenburg
Neues Jahresthema: "Personality is the key"
Timo Kulczak, Bundestrainer für die lateinamerikanischen Tänze, eröffnete die Veranstaltung mit seiner Lecture, bei der er mit Unterstützung der besten drei deutschen Lateinpaare (Artur Balandin/Anna Salita, Razvan Dumitrescu/Jacqueline Joos und Daniel Dingis/Alessia-Allegra Gigli) verdeutlichte, dass Technik zwar die Basis der Erfolges ist, die wahre Kunst des Tanzsports aber erst da beginnt, wo der Sport aufhört. Denn Tanzen lebt von Ausstrahlung, Emotionen und Individualität. Daraus entstand das neue Jahresthema mit dem Titel "Personality is the key". Dass dies im Idealfall auch schon bei jüngeren Paaren seinen Anfang nimmt, wurde am zweiten Tag mit Unterstützung der Deutschen Meister der Junioren II B, Largo Zofcin und Eliana Pfaffenroth, demonstriert.
Timos Gegenpart für die Standardtänze - Rüdiger Knaack - stellte den Bezug zu den Jahresthemen der letzten Jahre her, die häufig ebenfalls einen Bezug zum aktuellen Thema hatten. In seiner ersten Lecture standen ihm zu Demonstrationszwecken drei Finalpaare der letzten deutschen Hauptgruppenmeisterschaft zur Verfügung: Karolis Burneikis/Fabien Lax, Erik Kem/Viktoria Grushevskaja sowie Joshua und Jadzia Khadjeh-Nouri. In seiner zweiten Lecture am Sonntag wurde er unterstützt von den Ranglistenersten der Junioren II B, Viktor Waitz und Vladislava Yushkevich, sowie von den Deutschen Meistern 2024 der Jugend A, Dmytrii Forostianov und Helene Novalee Tilgert, mit denen er anschaulich darstellen konnte, wie sich Personality durch Lebenserfahrung und tänzerische Reife nach und nach weiter entwickelt.
Neben den beiden Bundestrainern kamen weitere Verbandstrainer zum Einsatz. So betonte Alice Marlene Schlögl den Zusammenhang zwischen technischer Qualität und Personality ("Technik ohne Personality ist leer, Personality ohne Technik ist wirkungslos!") und Manuela Faller hob hervor, dass Technik dafür notwendig ist, um die Freiheit (und Zeit) für persönliche Interpretation und Ausdruck zu bekommen.
In der Standardsektion stellte Sven Traut heraus, dass die Tänzer sich ihrer eigenen Stärken bewusst sein sollten, um diese herauszuarbeiten und dass Training nicht nur darauf gerichtet sein sollten, die vermeintlichen Schwächen wegzutrainieren ("Schwächen annehmen, Stärken feiern").
Dazu referierten im überfachlichen Teil Jens Grundei wichtige Details zu "Do's and Don'ts" für Wertungsrichter sowie - zum ersten aber sicherlich nicht letzten Mal in diesem Teilnehmerkreis - Katja Schlenkermann-Pitts zum Thema Prävention interpersoneller Gewalt.
Zum Abschluss der Veranstaltung präsentierten sich die Demonstrationspaare zuerst in einem gemeinsamen Tanz, anschließend jedes Paar alleine in einem individuellen Tanz, so dass sich die Wertungsrichter ganz auf die Personality der einzelnen Paare einlassen konnten.
von Robert Panther Uhr